Morcone strand, 1955

Vor 50 Jahren war Morcone nicht der Ort, der er heute ist. Es gab fast keine Häuser nur überall kleine Landwirtschaftsgebäude, die sogenannten Magazini. Wie so viele Menschen in Capoliveri mussten auch unsere Urgroßeltern väterlicher Seite, Vago Paris und Perna Maria ihre Heimat verlassen um ihr Glück in Australien zu suchen, obwohl sie auf Elba etwas Land besaßen. Nach einigen Jahren, Anfang 1900 kehrten sie mit unserem Großvater Augusto, der damals erst 4 Jahre alt war, nach Capoliveri zurück. Meine Großmutter Meri, Tochter von Giacomo Cecolini e Anita Baldetti, 2. von drei Töchtern, in Capoliveri geboren hat stattdessen ihr ganzes Leben in hier verbracht. Die ältere Schwester Miriam ist im Alter von 13 Jahren gestorben und dieser Schmerz hat das Leben meiner Urgroßeltern mütterlicher Seite schwer gezeichnet. Im Sommer wohnten sie in einem der obengenannten Magazine. Dabei handelte es sich um einen enormen Raum in dem man kochte, die Malzeiten zu sich nahm, arbeitete und schlief. Paris war Bauer, Fischer und hielt ein paar Tiere. Zur damaligen Zeit baute man hauptsächlich Wein und Obst an und auch auf unserem Land, wo heute die Residenz steht, befand sich ein immenser Weinberg, mit so eng stehenden Weinreben, dass kein Platz für einen Weg zum Strand blieb. Man musste damals über zahlreiche kleine Steinmäuerchen klettern. Außerdem hatte Paris Ziegen und sein Transportmittel war Moretto, der Esel. In diesen Erzählungen erscheint es, dass das Leben damals, wenn auch anstrengend doch wesentlich langsamer und unbeschwerter verlief als heute. Anfang der 50iger Jahre heirateten Augusto e Meri und 1956 kam unsere Mutter zur Welt. Es mussten allerdings noch einige Jahre vergehen bis die ersten Ferienwohnungen entstanden. Das allererste Hotel das in Morcone eröffnet wurde war „La Scogliera“, gefolgt von „Il Drago“. Wenig später begannen einige Deutsche in unserer Gegend zu investieren, die somit langsam das Aussehen der Landschaft veränderten. Erst 1966 schaffte es Großvater Augustus, der bis dahin als Schmied arbeitete, nach dem Verkauf eines Grundstücks, mit nur den eigenen Händen und der Hilfe weniger Arbeiter den ersten Flügel der heutigen Residenz zu bauen. Später kam dann der Zweite dazu und wurde zu seiner und Großmutter Meris Lebensgrundlage. Seither sind viele Jahre vergangen, unsere Mutter hat Franco geheiratet und dann kamen wir, meine Schwester Nadia und ich auf die Welt. Im Laufe der Zeit hat auch unsere Residenz ihr Aussehen geändert und unsere Großelter haben viel Energie und Arbeit in die Umbauarbeiten gesteckt um konkurrenzfähig zu bleiben und ihrer Familie eine Zukunft zu ermöglichen. Wir versuchen diese Aktivität in ihrem Sinne weiterzuführen, mit der von ihnen gelenten Rechtschaffenheit, in Erinnerung an unsere Vergangenheit und immer bedacht ihr ihr Andenken nicht zu enttäuschen. Die Gäste, die beschlossen haben ihre Ferien bei uns zu verbringen finden weiterhin Herzlichkeit und gegenseitigem Respekt.